Und immer geht es ums Geld!
Wenn man diese Bilder hier sieht, denkt man wahrscheinlich an eine sich im Bau befindliche, misslungene Hochwasserschutzmassnahme. Weit gefehlt! Was hier abläuft ist die grösste Sauerei, die mir bislang in punkto Gewässerverunstaltung über den Weg gelaufen ist. Am Lim in Berane gleich oberhalb dieser Brücke startet die Catch & Release Fliegenfischerstrecke. Die einzige Strecke mit Ausnahme des Reservats am Lim bei Plav, in der der Huchen geschützt ist und abwachsen kann, ohne schon vor dem Erreichen der magischen 1 - Meter Marke entnommen zu werden. Genau dort zog es mich im Oktober 2024 wieder hin, um ein paar Tage dem nassen Wetter in der Heimat zu entfliehen. Ich kannte den Fluss und hatte ihn vor fünf Jahren das letzte Mal befischt. Was sich mir beim Anblick von der Brücke beim Hotel Berane stromab bot, war ein Bild der Verwüstung.
Wer macht solche harte Uferverbauungen und welcher I...t hatte dieses Projekt bewilligt?, schoss es mir durch den Kopf. Natürlich war dies gleich meine erste Frage, als ich im Hotel eincheckte. Ich hatte alles erwartet, aber nicht diese Antwort. Dass in Montenegro an jedem Eck geschoben, bestochen und über Kilometer ohne Bewilligungen Gebäude erstellt werden, war mir bekannt. Aber dies schlug dem Fass den Boden aus!
Grund dieser völligen Zerstörung zwischen den Brücken des bei meinem letzten Besuch hier noch unverbauten Flusses war einzig und alleine die Korruption! Da hatte doch tatsächlich einer unverhohlen geschmiert, um auf einfache Art und Weise dem Fluss Geschiebe für Bautätigkeiten zu entnehmen. Wenn es flussbautechnisch notwendig gewesen wäre, hier so hart zu verbauen, um Eigentum zu schützen, wäre dies mit grossen Abstrichen in Bezug auf die Art und Weise noch einigermassen verständlich gewesen. Aber hier bestand diesbezüglich kein Bedarf!
Dass in einem Land, das EU-Beitrittskandidat ist, so etwas zur heutigen Zeit noch möglich ist, wo doch auch Montenegrinern mit EU Aspirationen die EU-Wasserrahmenrichtlinie ein Begriff sein sollte, wollte mir nicht in den Kopf. Nach den Zerstörungen an der Sava Bohinjka, dem überdimensionierten Radweg am linken Ufer der Idrijca und dem Betonbunker im Quellbereich des Jadro war dies bislang der absolute Tiefpunkt in Bezug auf Zerstörung von schützenswerten Habitaten.
Aber nicht nur das, die Abfallentsorgung via Fluss hat dort leider immer noch Tradition ...