Fisch des Lebens
Ich habe schon viele wirklich kapitale Fische gefangen, von denen einige für sich schon einen Fisch des Lebens darstellen könnten. Was sich jedoch vor ein paar Tagen meinem Handkescher näherte, war alles andere als normal. Ich hatte Bedenken, ob ich den riesigen Fisch überhaupt in meinen Huchenkescher ziehen könnte. Der ist zwar 90 cm tief, aber der gewaltige Karpfen hatte deutlich mehr Höhe als ein Huchen. Der Drill für sich war schon aussergewöhnlich. Auf meine #10 CTS Affinity war jedoch immer Verlass, das wusste ich, und so kontrollierte ich den gewaltigen Fisch mit sehr viel Gegendruck, damit er mir nicht in die Bäume oder andere Hindernisse fliehen konnte. Als es dann geschafft war und ich in den Kescher blickte, erkannte ich, dass der Fisch noch ein ganzes Stück grösser war, als ich zuerst dachte. Dank eines Standup Paddlers, konnte ich mich über einige schöne Erinnerungsfotos freuen. Da ich keine Fische ans Ufer nehme, sondern sie im Wasser behalte, war das Fotografieren des Fisches eine Aufgabe für sich. Einem Karpfen auf einer Abhakmatte geht der Sauerstoff aus und nach einiger Zeit kann man ihn problemlos halten.
Bei einem noch sehr agilen Fisch ist dies gar nicht so einfach, wie man ja auch auf einem Foto sieht. Dafür schwamm er dann aber auch wesentlich zügiger aus meinen Händen wieder in die Freiheit. Wie sich später herausstellte, handelte es sich offenbar, um den grössten Schuppenkarpfen, der in diesem Altarm beheimatet ist. Obwohl ich dieses Jahr bereits mehr als 50 Sichtfischgänge mit der Fliege auf Karpfen verbuchen kann, hatte sich mir dieser grosse Fisch nie gezeigt. Dass ein so riesiger Karpfen mal meine Fliege nehmen würde, hatte ich mir zwar insgeheim gewünscht, aber es bleibt wohl eine Ausnahme. Der kapitale Schuppenkarpfen mass deutlich über 115 cm und war gegen 32 kg schwer. In dieser aussergewöhnlichen Saison konnte ich wieder sehr viel dazulernen und mehrere Karpfen über 90 cm mit der Fliege landen. Dieser war jedoch mit Abstand der Grösste. Damit lässt es sich gut verschmerzen, dass ob der lang andauernden Hitzeperiode nicht auf Salmoniden gefischt werden konnte ...