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Die Seychellen - ein Paradies am Abgrund

Fünf indopazifische Permits (Trachinotus blochii) in zwei Tagen sowie drei weitere im Drill verloren von einer der Hauptinseln der Seychellen. Das klingt fantastisch, und das ist es auch. Etwa 3 kg ist das maximale Gewicht, das man dort erwarten kann, und einer der fünf war ziemlich nah dran. Neben dem Fang der Pompanos war die Fischerei auf den Flats und vom Ufer aus, sehr dürftig. Ich habe auf den Flats von Mahé und Praslin keinen einzigen Bonefish gesehen, und dabei kenne ich diese Inseln ziemlich gut. Es sind vielleicht noch ein paar davon übrig, aber im Allgemeinen ist das Fliegenfischen im Vergleich zu meinen früheren Reisen zu den Inseln in den Jahren 2008 und 2011 dramatisch zurückgegangen. Ich habe keine Fliegenfischer mehr gesehen. COVID schnitt die Menschen auf den Seychellen von ihrem Einkommen ab und zwang sie, Fisch und Flughunde zu essen. Diesmal haben wir deutlich weniger Flughunde gesehen, da sie auch eine traditionelle lokale Nahrungsquelle sind. Ich denke, mit Ausnahme der Korallenfische, Haie und Rochen wurden alle größeren Fische kommerziell abgefischt, um die Menschen vor Ort und die Touristen zu ernähren. Jetzt zielen sie auf Papageienfische ab, die wichtig sind, um die Riffe zu reinigen und sie am Leben zu erhalten. Ohne ein kommerzielles Fischereiverbot in einer Zone von 1 bis 2 km um die Inseln werden sie auch den Rest der Bestände verlieren und alles sonst, was die Inseln einzigartig macht.

Die riesige Menge an Touristen, die wir dieses Mal dort trafen (dreimal so viele wie bei unserer ersten Reise), entsprach nicht unseren Erwartungen, und riesige Hotels stehen zudem kurz vor der Eröffnung. Dies wird zu katastrophalen Folgen für die Natur dieser Inseln führen, die bereits unter COVID gelitten haben. In den drei Jahren nach COVID wurden die Türen geöffnet und viele Hotels durften gebaut werden. Ich kann mir nicht vorstellen, wie die Korallen die Menge an Abwässern überleben sollen, die die steigenden Touristenströme in Zukunft produzieren werden. La Digue ist bereits überrannt. Viele Korallen sind bereits abgestorben und viele weitere bleichen derzeit. Die Anker der zunehmenden Anzahl an Katamaranen und Touristenschiffen werden ihr Übriges tun. Wir haben immer noch eine große Vielfalt an Korallenfischen angetroffen, aber ihr Lebensraum hat sich massiv verändert. Es gelang mir, die riesigen Büffelkopf-Papageienfische etwa 1 km von der Stelle entfernt wiederzufinden, an der ich sie 2012 gesichtet hatte. Das war erstaunlich, da der Bulle mit Sicherheit etwa 40-50 kg wog und diese Fische auf der Liste der illegalen Speerfischer stehen.

Früher haben meine Frau und ich die unberührten Strände genossen, aber jetzt muss man weit schwimmen oder ein eigenes Boot haben, um einen Ort ohne Touristen zu finden. Die ehemals einsamen und schönen Strände werden zukünftig zu Sardinenstränden mutieren wie in Spanien oder Italien, da sie einfach zu klein und inzwischen auch zu wenig breit sind, da der steigende Meeresspiegel auch die Ufer erodieren lässt. Anstatt die Touristenzahlen niedrig zu halten, regiert dort nun auf den Seychellen das Geld. Hier sollte schnellstmöglich gegengesteuert werden.

Ein zerbrechliches Paradies wird sonst verloren gehen! Eine traurige Geschichte!

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