Fliegenfischen auf Huchen
Sobald der Winter naht, tauchen in diversen Fliegenfischermagazinen seit Jahren Artikel über das Fliegenfischen auf Huchen auf. Dies hat zur Folge, dass viele Durchschnittsfliegenfischer und sogar fast blutige Anfänger der Verlockung erliegen, es auch einmal versuchen zu wollen, den König der Alpenflüsse mit der Fliege zu überlisten. Man kann ja mit einem Guide fischen (wie an manchen Flussabschnitten vorgeschrieben), da kann es ja nicht so schwer sein? Irrtum!
Der Huchen (Hucho hucho) ist die grösste, ganzjährig im Fluss lebende Salmonidenart in Europa. Er besiedelt dabei die Äschenregion und laicht wie auch die Äsche im März bzw. April. Ein kapitaler Huchen kann bis zu 150 cm lang und 40 kg schwer werden. Aus früheren Zeiten sind noch deutlich grössere Fänge verbrieft. Ursprünglich vor allem in den rechtseitigen Zuflüssen der Donau beheimatet, wurde der Fisch auch fernab seines historischen Verbreitungsgebiets besetzt, unter anderem auch in Spanien und in Marokko. Wegen seiner Grösse und seines schmackhaften Fleisches stellt man diesem Fisch seit jeher nach, wobei in früheren Zeiten oft barbarische Methoden angewandt wurden. Huchen wurden besonders in der Laichzeit nachts geblendet und mit Mistgabeln und anderen speziellen Stechwerkzeugen getötet. Dies ist lange her und die Fischerei hat sich stark verändert. Auch geniesst der Fisch eine ausgedehnte Schonzeit, sodass die riesigen Fische nach dem Laichen wieder zu Kräften kommen können. Auch in punkto Entnahme hat sich das Blatt zum Besseren gewendet. Es gehört heute unter wirklichen Huchenspezialisten schon zum guten Ton, Huchen nach dem Fang wieder zurückzusetzen. Ein Foto dient dabei der Identifikation des Fisches im Fall eines Wiederfanges, da die Punktierung ähnlich einem Fingerabdruck einzigartig ist. So lässt sich das Wachstum nach erneutem Fang feststellen und es zeugt auch davon, dass Huchen nach dem korrekten Zurücksetzen, keinen Schaden nehmen.
Neben dem Spinnfischen als wohl häufigste Art der Fischerei auf diesen mächtigen Räuber, wurde in den letzten 30 Jahren auch das Fliegenfischen auf Huchen immer populärer. Dass die Fischerei auf diesen Fisch nicht ganz einfach ist (man spricht vom Fisch der 1000 Würfe), ist weitum bekannt, und das Fischen in der Winterzeit ist auch nicht Jedermann`s Sache.
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort
Der Huchen gehört zu denjenigen Fischen, die sich durch ausgesprochene Beisslaunen bzw. ganz spezifische Beissperioden auszeichnen. Wenn der Fisch nicht will, kann ihm eine Äsche in seiner Lieblingsgrösse auf dem Kopf rumschwimmen, und er wird sie nicht einmal beachten. Aus diesem Grund lässt sich nicht auf Termin Huchenfischen, bzw. es ist reine Glücksache, wenn man in einer Ferienwoche, in der man Huchenfischen möchte, auch eine Beissphase von Huchen erleben darf.
Ich war vor einigen Jahren nach Weihnachten je drei Tage an drei österreichischen Topflüssen mit beachtlichem Bestand. Während dieser Zeit hatte keiner der zahlreichen Fischer auch nur einen einzigen Biss. Erst am Abreisetag wurde ein einzelner Grosshuchen -allerdings mit der Spinnrute- gefangen. Neun Tage Nullnummer an Topgewässern! Das ist Huchenfischen! Ein paar Wochen zuvor wurden in einer guten Phase allein an einem dieser Flüsse innerhalb weniger Tage gegen 30 Huchen mit teilweise beachtlichen Grössen gefangen. Aus diesem Grund ist es für Guides eher die Ausnahme als die Regel, dass der Kunde Kontakt mit einem Huchen bekommt, es sei denn, er kann auf Abruf kommen. Die Fresszeiten von Huchen sind oft sehr kurz aber intensiv. Nach 2-3 Stunden mit Bissen überall im Revier kann dann von einer Minute auf die andere Schluss sein.
Sollte das Wetter dann dem Huchen nicht mehr zusagen, so kann es schon mal sein, dass er sogar 2-3 Wochen nichts frisst. Es gilt also solch eine Beissphase zu erwischen. Für "Huchen-Touristen" kann dies durchaus sehr schwierig werden. Regelmässige Huchenfänge werden meist nur von Huchenspezialisten und Fischern gemacht, die am Fluss oder im nahen Umfeld wohnen und "ihre Huchen" genau kennen.
Der Wasserstand
Huchenfischen ist abhängig vom Wetter und Wasserstand. Mittelwasser ist gewöhnlich schlecht, weil der Huchen dann viel Strömung vorfindet und die Beutefische sich im Fluss verteilen können. Er lässt sich dann nicht blicken und steht in der "Garage"(in seinem Unterstand), wie ich dies zu nennen pflege. Es gibt für den Huchenfang mit der Fliege deshalb v. a. zwei Möglichkeiten:
Bei hohem Wasserstand drückt es seine Beutefische an den Gewässerrand und wenn das Wasser ansteigt oder es wieder zurückgeht, ist der Huchen für kurze Zeit wegen seiner grossen Augen im Vorteil und kann leicht Beute machen. Der Huchen kommt also in unmittelbare Ufernähe, sprich zum Fischer. Wenn es dann noch grosse Flocken schneit und das Wasser leicht eingetrübt ist, herrschen ideale Verhältnisse - perfektes Huchenwetter! Schmelzwasser, das den Fluss anschwellen lässt, macht jedoch "die Pappn zu" wie sich Ewald Hochebner, der Bewirtschafter der Pielach in Österreich auszudrücken pflegt. Ein Anstieg der Wassertemperatur wirkt sich vorteilhaft aus, das Absinken bewirkt jedoch in der Regel das pure Gegenteil.
Auch bei Niederwassser findet er ideale Verhältnisse zum Rauben vor, da die Beutefische sich nicht verteilen können und er auf seinem Beutezug wegen der schwächeren Strömung Energie sparen kann. Bei Niederwasser kommt man an den Huchen ran, und man bekommt den Streamer wegen dem geringeren Wasserdruck auch zum Fisch hinunter.
Allerdings sieht der Huchen dann auch die Fliegenschnur, was in stark befischen Gewässer die Fangchancen untertags gegen 0 bewegen kann. Eine möglichst unauffällige und leise Präsentation ist dann unerlässlich. Wenn dann ein Guide mit Kunde unterwegs ist, der immer fischen und werfen möchte und dies nicht 100% beherrscht, ständig herumplatscht und womöglich noch herumwatet, dann ist die Fischerei für andere für Stunden oder gar für den ganzen Tag zu Ende. Man muss also extrem sehr vorsichtig sein, denn den grossen Augen des Huchens entgeht nichts. Aus diesem Grund hat sich speziell bei Niedrigwasser das Fischen in der Dämmerung oder Nacht etabliert. Die Nachtfischerei ist jedoch nur an wenigen Gewässern erlaubt. Bei längeren Perioden mit extremem Niederwasser und starker Befischung ist anzunehmen, dass Huchen vermehrt oder gar ausschliesslich in der Nacht jagen. So ist es dann nicht weiter verwunderlich, wenn über längere Zeiten untertags nichts geht.
Der Huchenfischer sucht aktive Huchen am Übergang von Rinnen zu flacheren Abschnitten (am Strömungsrand) und in Ein- vor allem aber in Ausläufen von Pools. Dort rauben die Fische. Unterstand und Fressplatz eines Huchens sind meist nicht identisch und können sehr weit auseinanderliegen.
Manche Gewässer sind bei Niederwasser trotz gutem Bestand wegen starkem Befischungsdruck extrem schwierig zu befischen. Dazu gehört die Sava Bohinjka. Hier muss alles passen, damit die Bohinjka erfolgreich mit der Fliege befischt werden kann. Die meisten Fische werden auch dort beim Spinnfischen gefangen. Die m. E. zu hohe Zahl an Tageslizenzen an diesem Gewässer führt dazu, dass Fliegenfischer zu früh ausschwärmen, um zuerst am Spot zu sein und die Huchen sich schon im Verweigerungsmodus befinden oder sich in die Unterstände zurückziehen, noch bevor die eigentliche Aktivitätsphase beginnen würde. Durch die permanente Rotation am Wasser haben die Huchen dort nie Ruhe.
An manchen Huchengewässern ist das Fischen in der Nacht und auch im Sommer erlaubt. Dann kann dies sogar die beste Zeit im Jahr darstellen. In den Alpen beginnt die Huchenfischerei in der Regel jedoch erst im Herbst und endet je nach Gewässer zwischen Ende Januar und Ende Februar. Es gibt auch hier Ausnahmen. Der Mondeinfluss ist dann von Bedeutung, wenn konstant gleiche Verhältnisse herrschen. Die Zeiten um den Leermond aber auch kurz vor Vollmond sind in der Regel fängiger, doch beim Huchen ist das Wetter der Game Changer schlechthin.
Huchenfischen ist Schwerarbeit
Wenn man Bilder von Huchenfischern sieht, die da gemütlich im Fluss zu stehen scheinen, um ihre Streamer rumtreiben zu lassen, macht dies den Anschein, Huchenfischen wäre eine ganz einfache Sache. Ja, man muss, besonders wenn man mit einer Zweihandrute fischt, nicht ständig in der Luft die Schnur verlängern und sie mittels Doppelzug auf Zug halten, doch auch das Zweihandfischen ist nicht so leicht, wie es aussieht. Ganz allgemein kann man zum Fliegenfischen auf unseren Königsfisch festhalten: Huchenfischen mit der Fliege ist, ausser in offenen, unbewachsenen Gewässerabschnitten und Gewässern in denen kleinere Fliegen eingesetzt werden können, schwer, sehr schwer. Das Bewegen am und im Wasser oft sogar bei Eis und Schnee ist eine Herausforderung an Körper und Geist. Kleine Fehler, Unachtsamkeiten oder Leichtsinn können schlimme Folgen haben, besonders wenn man alleine unterwegs ist. Das Fliegenfischen mit hohen Schnurklassen ist äusserst anspruchsvoll. Um grosse Huchenfliegen korrekt d.h. nur mit dem Schnurgewicht zu werfen, muss man wirklich gut vorbereitet sein. Ein bisschen Fitnesstraining im Vorfeld schadet nicht, denn man kann sonst die Hand- und Ellenbogengelenke leicht überbelasten, und dann werden die Würfe schlampig. Wenn sich die Huchenfliege und die Rute dann in die Quere kommen, geht jedes Gerät in die Knie.
Das Werfen mit Huchenstreamern
Der wichtigste Wurf beim Huchenfischen ist der Rollwurf, sei es um Stellen ohne Rückraum befischen zu können oder auch um den Streamer aus dem Wasser zu rollen, um ihn anschliessend im Überkopfwurf zu präsentieren. Je nach Schnur und Ködergewicht kann auch der Switch oder Unterhandwurf zum Einsatz kommen. Bei Streamergewichten von 5-10g und Skagit-Schnüren mit längeren T-Tips oder MOW Tipps kommt es beim Switchen zu einem Unterbruch im Energietransfer und der Wurf funktioniert dann nicht mehr nach Wunsch. Streamer in diesem Gewichtsbereich und darüber lassen sich nur mit Roll- oder Überkopfwürfen werfen. Ist ein grosser Huchenstreamer mal abgetaucht. lässt er sich nicht mehr durch eine kurze abrupte Bewegung der unteren Hand aus dem Wasser bekommen. Es braucht für grosse Streamer und Skagit Schnüre mit T-Tips die typische, längere Bewegung mit der oberen Hand. Der Streamer darf nicht unter Wasser geraten, sondern muss vor dem Rollwurf unbedingt "im Surf" sein, einen Begriff, den ich in diesem Zusammenhang geprägt habe und der inzwischen zum festen Bestandteil des Vokabular von Huchenfischern geworden ist. Wenn Sie das Surfen des Streamers im Griff haben, wird ihnen der Wurf gelingen, sofern ihre Gerätezusammenstellung passt.
Die Grenzen der Fliegenfischerei
An manchen schnellen und tiefen Gewässern der Alpen ist Fliegenfischen nicht möglich. Mann müsste dort, um zum Fisch zu gelangen, sozusagen so schwere Köder verwenden, die mit der Fliegenrute unter korrekter Verwendung der Fliegenschnur als Wurfgewicht nicht mehr zu werfen sind. Diesbezüglich gehe ich d'accord mit der österreichischen Fliegenfischerlegende Sepp Prager, der für solche Strecken auch immer wieder mal gerne die Spinnrute auspackte. Dort wo der Huchen unter Verwendung korrekten Fliegengeräts (ich komme darauf später nochmals zurück) unfangbar ist, ist das Spinnfischen - falls dort erlaubt - die einzige sinnvolle und faire Methode. Huchenfischen mit der Spinnrute ist einfacher als mit der Fliege, weil man nicht so nah an den Fisch ran muss und ihn auch von hinten (also stromauf) anwerfen kann. Auch das teils schwierige Fliegenwerfen unter begrenzten Platzverhältnissen fällt weg. Doch leicht ist es keineswegs, denn sonst würde ja jeder Spinnfischer auch problemlos einen Huchen fangen können.
In Huchengewässern, die sich problemlos mit der Fliege befischen lassen, sollte dies meines Erachtens auch ausschliesslich praktiziert werden. Das Gerät dazu hat sich weiterentwickelt, und in solchen Strecken heute noch mit dem Spinngerät zu hantieren, ist für mich in etwa wie das Fischen auf Forellen mit dem altbekannten Wurm.
Alibi-Fliegenfischer
Dass trotzdem auch weniger begabte Werfer ab und zu mit Huchenfotos und Fliegenrute protzen können, hat seinen Ursprung -so wurde es mir glaubhaft erklärt- offenbar im Huchen-Guiding. Ein Guide sieht gewöhnlich schon in der ersten Minute, ob jemand in der Lage ist, mit der Fliegenrute einen grösseren Streamer überhaupt zum Fisch zu bekommen, ohne ihn schon beim ersten Wurf zu verscheuchen oder in den Verweigerungsmodus zu versetzen. Ist dies nicht der Fall, so kommt umgehend Plan B zum Einsatz. Man nehme einen grossen Streamer mit meist 20-40g Gewicht und missbrauche die Fliegenrute als Spinngerte. Ganz "Schlaue" verwenden gar keine Fliegenschnur, sondern nur die Runningline oder haben sogar nur Monofil auf der Fliegenrolle. Wer eigenschwere Streamer von 20-40 g oder gar mehr mit der Fliegenrute wirft, braucht wirklich keine Fliegenschnur mehr, denn diese kann bei diesem Ködergewicht ihre Funktion ohnehin nicht mehr erfüllen. Ein neuerdings in Kombination verwendeter sehr kurzer Alibi-Schusskopf für solche Schwergewichtsstreamer hat die Form eines langgezogenen Gewichts und unterstützt das Werfen mit dem Ködergewicht. Erkennen kann man diese Alibi-Fliegenfischer an einem Schlenker nach hinten im mehr oder weniger ausgeprägten Sidecast und einem Schiessenlassen sobald der Schusskopf sich gestreckt hat. Auch rein optisch ist ein "Fliegenwurf" mit diesem Alibigerät technisch praktisch deckungsgleich mit dem Werfen eines Spinnköders an der Spinnrute. Über den Grossteil der Wurfdistanz fliegt dann der Streamer der Fliegenschnur voraus (!). Das ist reines Spinnfischen, trotz Fliegenrute in der Hand! Ist der Schusskopf nicht deutlich schwerer als der nasse Streamer, sodass er die Kraft auf ihn übertragen (ihn also durch die Luft ziehen) kann, hat die Fliegenschnur nur eine Alibifunktion.
Fliegenfischer erkennt man daran, dass die Schlaufe nach dem Stopp dem Streamer vorausläuft und sich erst gegen Ende streckt, Alibi Fliegenfischer daran, dass der Streamer die Schnur über den Grossteil der Wurfdistanz hinterherzieht.
Instruktorkollege und Huchenguide Markus Kaaser aus Kärnten, der übrigens absolut korrekt und sehr erfolgreich mit der Fliege auf Huchen fischt, spricht in diesem Zusammenhang von "abenteuerlichen Montagen". Ich nenne es schlicht völligen Unfug. Diese Art der Fischerei mit Schwergewichtsstreamern ist leider an manchen Gewässern für einen grossen Teil der Streamerhuchen verantwortlich.
Besonders an der Una in Bosnien und einigen anderen Flüssen am Balkan aber auch an verschiedenen Strecken der Mur werden von manchen "Fliegenfischern" solche Methoden angewandt oder gar empfohlen, für die man als Fliegenfischer früher gesteinigt worden wäre. In Revieren, in denen das Spinnfischen erlaubt ist, ist es nicht verboten, einen Spinnköder an der Fliegenrute zu werfen. Doch bei Verwendung solcher Gerätekombinationen beim Fang eines Huchens dann von Fliegenfischen zu sprechen und mit der Fliegenrute zu posieren, ist eines Fliegenfischers unwürdig. An der Sava Bohinjka hat sich 2020 der Trend umgekehrt und die ehemals gepriesenen bleiverseuchten Streamer sind grossteils gar unbeschwerten Versionen gewichen. Thumbs up !!!
Korrektes Fliegenfischen auf Huchen
Kann man denn einen Huchen überhaupt korrekt mit der Fliege fangen?
Ja natürlich, doch die passende Fliegenschnur ist der Schlüssel dazu. Beim korrekten Fliegenfischen auf Huchen ist deren Masse entscheidend. Sie muss gross genug sein, um den Köder durch die Luft zu ziehen und die Form des Gewichtsteils (Head) muss dies unterstützen. Die Schnur fliegt dann immer voraus, rollt sich ab und streckt sich selbst beim Werfen eines grossen Streamers erst im letzten Moment. Wenn man wissen möchte, ob man es noch mit Fliegenfischen zu tun hat, kann man einfach einen Rollwurf zum Ziel machen.
Ist die Fliegenschnur in der Lage den Huchenstreamer (gilt übrigens auch für Nymphen) via Rollwurf auf eine mittlere Distanz von ca. 15m zu präsentieren, also das Vorfach via Schlaufe schlussendlich zu strecken, passt das Gerät.
Das geht doch dar nicht, wird sich jetzt der eine oder andere denken. Es geht, aber halt nicht mit unbegrenzter Beschwerung. Grosse Streamer bis maximal 10 g Zusatzgewicht können mit einer kurzen Zweihandrute und massiver Skagit Schnur noch korrekt geworfen werfen, sofern der Werfer über das nötige Können verfügt und die Rute genügend Punch besitzt. Ein grosser, unbeschwerter, mehrteiliger Streamer aus Puppenhaar kann in nassem Zustand schon 20g auf die Waage bringen. Ist er dann noch geringfügig beschwert, braucht es schon über 40g Schnurgewicht und eine entsprechende Rute, um ihn im Rollwurf und Überkopfwurf kontrolliert Werfen zu können.
Mit deutlich schwereren Streamern ist dies nicht mehr zu bewerkstelligen. Selbst einen Streamer mit 15 g Zusatzbeschwerung aus dem Wasser zu rollen, ist mit einer standardmässigen 11-12 ft. Zweihänder unmöglich, weil die auf dem Markt erhältlichen Fliegenschnüre dazu nicht in der Lage sind, da sie zu wenig Masse haben.
Alleine oder mit Guide?
Geguidetes Huchenfischen
"Deinen ersten Fliegenhuchen hast du erst dann gefangen, wenn du mit korrekten Fliegengerät alleine (bzw. ohne aktive Unterstützung durch einen Freund, Guide oder Begleiter) unterwegs warst und ihn ohne fremde Hilfe überlistet und gelandet hast."
Wenn dir das gelungen ist, ist das der erste Schritt zum wahren Huchen-Fliegenfischer. Schaffst du es Huchen in mindestens drei bis fünf Flüssen unterschiedlicher Grösse und Struktur mit korrekten Fliegengerät zu überlisten und dabei mehrere Exemplare von über einem Meter Länge zu landen, kannst du dich einen erfahrenen, guten Huchen-Fliegenfischer nennen. Du hast den Huchen-Code schlussendlich geknackt!
Der erste Schritt zu diesem Ziel ist oft das Buchen eines Guides. Das Fischen mit Guide ist für viele Fliegenfischer die einzige Möglichkeit, überhaupt einen Huchen zu haken, da sie nicht über die Zeit, das Durchhaltevermögen und schon gar nicht das praktische Wissen darüber verfügen, wie ein Huchen überlistet werden kann. Theorie ist eines, Praxis etwas anderes. Wie bereits erwähnt, sollte man sich dabei aber auch eingestehen, dass nur ein ohne fremde Hilfe gefangener Huchen wirklich ein zu 100% selbst gefangener Huchen ist.
Ein bestimmter Teil eines geguideten Huchens gehört immer dem Guide! Dies geht soweit, dass der Guide bei einem ungeübten Werfer den Wurf macht und dem Kunden dann die Rute in die Hand drückt, bis zu dem Punkt, wo ein Guide den Fisch sogar hakt und danach dem Kunden dann die Rute in die Hand drückt und zum Schluss dann den Fisch noch keschert, was für sich schon einen entscheidenden Teil ausmacht, da viele Fische von Ungeübten in der Endphase verloren gehen. So sieht die Praxis beim Huchenguding aus, und je nach Erfahrung mit der Fischart ist der Teil des Guides grösser oder kleiner. Ein Guide sagte mir erst kürzlich, von einem 1.20 m Fisch eines Kunden hätte er 80% für sich verbucht. "Das war in Wirklichkeit mein Fisch!", meinte er.
Wer also auf die Frage: "Hast du schon einmal einen Huchen gefangen?" mit "Ja" antwortet, der sollte dies ehrlicherweise nur dann machen, wenn er oder sie alleine unterwegs war und bis hin zur Landung alles selbstgemacht hat.
An manchen Gewässern, z.B. in Slowenien, muss immer mindestens zu zweit auf Huchen gefischt werden. Die Begleitung durch einen Guide oder zumindest einen Anglerkollegen ist fürs Huchenfischen dort Pflicht. Manche Gewässer dürfen auch nur mit einem Vereinsmitglied befischt werden. Das ist zwar in punkto Sicherheit beim Winterfischen ein Vorteil, es sind dann jedoch augenblicklich bis zu doppelt so viele Fischer am Wasser, als wie wenn man alleine fischen dürfte. Dies hat in der Vergangenheit an manchen Tagen zu einer vollkommen überlaufenen Sava Bohinjka geführt, was die Verantwortlichen dazu veranlasst hat, die Ausgabe von Lizenzen zu reduzieren.
Inklusive Lizenz kostet ein Guiding gleich mal Eur 200.- bis Eur 300.- pro Tag plus das Trinkgeld. An manchen Gewässern sind die Huchenguidings sogar deutlich teurer und drei Tage Huchenfischen kosten dann schon mal Eur 1500.- und mehr. Falls sie das wirklich ausgeben wollen, vergewissern Sie sich im Vorhinein, ob dort wirklich richtiges Fliegenfischen und nicht Alibi-Fliegenfischen betrieben wird. Sie wollen doch neben den hohen Kosten dann nicht auch noch sich selbst betrügen, denn die meisten Insider wissen ohnehin, wie in bestimmten Revieren gefischt wird. Und wie schon erwähnt, eine Garantie auf einen Fang dürfen sie von einem Huchenguide nicht erwarten, ganz egal wie gut er ist. Es gibt jedoch auch Gewässer, die man auch ohne Guide mit einem Kollegen oder sogar alleine befischen darf.
Huchenfischen auf eigene Faust
Huchenfischen übt auf mich eine besondere Faszination aus. Seit ich vor bald 30 Jahren meine ersten Huchen fing, bin ich dem Fisch verfallen. Es ist einfach etwas Besonderes, bei Schneefall und Kälte am Fluss zu stehen, erfolgreiche Stellen vorsichtig anzufischen, um dann hoffentlich irgendwann mal den ersten Fisch zu spüren. Ich mache dies fast ausnahmslos alleine, ausser in Slowenien, wo ich mit Angelkollegen fische, weil es das Gesetz so verlangt. Solches Huchenfischen braucht Planung. Das richtige Gerät und ein paar Huchenstreamer, auf die man 100%ig vertraut, müssen ins Gepäck, und das Wetter muss unbedingt beobachtet werden. Aufs Geratewohl und ohne Beachtung der Wetterentwicklung zum Huchenfischen zu fahren, ist nicht nur wenig zielführend, sondern vor allem auch teuer.
Wenn Sie alleine auf Huchen fischen, dann ist dies jedoch nur dort zu empfehlen, wo dies ohne Gefahr möglich ist. An Gewässern, an denen an Felskanten entlang geklettert werden muss, um an einen guten Platz zu gelangen oder wegen der Abgeschiedenheit nicht so schnell mit Hilfe zu rechnen ist, ist das Huchenfischen ohne Begleitperson schlicht zu gefährlich. Das Fischen mit einem Begleiter macht im Winter nicht nur in punkto Sicherheit Sinn. Sollte ein guter Huchen nämlich an einer ungünstigen Stelle im Fluss zupacken, haben Sie ohne Guide oder Angelkollegen keine Chance ihn zu landen.
Sie kommen, falls Sie alleine mit der Fliegenrute unterwegs sind, nur an ihn heran, wenn sie ihn in ruhiges, flacheres Wasser ziehen können. Ohne solche Stellen sind Sie ohne Guide oder Begleiter chancenlos, da Sie einen kapitalen Fisch nicht gegen die Strömung ziehen und gleichzeitig keschern können. Diese Fische verdanken sie dann aber auch zu einem entscheidenden Teil ihrem Begleiter.
Traumfische beissen nicht jeden Tag
Der Drill
Während ein Lachs, der auf das Ende des Pools und das darauf folgende Weisswasser zusteuert, durch nachlassenden Druck zum Umkehren bewegt werden kann und im Pool bleibt, ist dies beim Huchen ein Kardinalfehler. Wenn ein Huchen stromab weg will, dann tut er das auch, sofern Sie ihn nicht mit voller Kraft daran hindern können.
Huchen kehren in der Regel niemals um!
Deshalb ist eine Grundregel beim Drill eines Huchens, dem Fisch nicht nachzulaufen, sondern am Platz zu bleiben und mit voller Kraft dagegenzuhalten. Erst wenn der Huchen müde ist, kann man sich erlauben, ihn in einen besser geeigneten Landeplatz zu dirigieren. Ich bin ein absoluter Gegner von langen Drills, da sie die Huchen unnötig belasten. Mit dem korrekten Gerät und korrektem Drillverhalten sind auch Fische mit 20 kg+ in 5-10 min (!) ausgedrillt. Das Backing sieht man dabei in der Regel ebenfalls nicht. Wer einen Huchen mehr als 20 Minuten drillt, hat das falsche Gerät in der Hand. Bitte bedenken Sie auch, dass zu langes Drillen jeden Fisch das Leben kosten kann. Huchen sind dafür einfach zu schade! Im Netz kursieren Videos mit unverantwortlich langen Drillzeiten. Das hängt mit vollkommen falscher Gerätewahl zusammen. Wer in Gewässern mit Grosshuchen fischt, sollte das Gerät so wählen, dass ein Ausdrillen auch eines kapitalen Fisches diesen nicht unnötig belastet oder gar das Leben kostet.
Auf das Gerät muss deshalb besonders beim Huchenfischen auch im Extremfall zu 100 % Verlass sein. Eine Schonung des Geräts darf nie ein Thema sein. Ein Huchenfischer muss sich seiner Verantwortung dieser wunderbaren Spezies gegenüber jederzeit bewusst sein.
Achtung Bruchgefahr!
Wenn ich von meinen Schnurkombinationen von besonders hoher Tragkraft spreche, so sind diese speziell darauf ausgelegt, einen stromab flüchtenden, kapitalen Fisch im Notfall auch bei hohem Wasserstand mit gewaltigem Gegendruck zu drehen. Eine 20 kg starke Vorfachschnur bei einem Hänger abzureissen, ist schwer genug, doch sollte dies nie unter Zuhilfenahme der Rute geschehen. In einem solchen Fall wickelt man nur die Schnur oder das Backing (die natürlich beide keine Dehnung haben sollten) mehrmals um den Ärmel, und dann wird der Rückwärtsgang eingelegt. Die Rute selbst bleibt dabei immer aus dem Spiel.
Auch das Drillen ist mit diesen Highend-Kombinationen nur etwas für erfahrene Fliegenfischer, denn bei einem falschen Drillwinkel bricht auch die teuerste Rute (meist das Spitzenteil). Wer keine Erfahrung im Drillen von grossen Fischen hat, sollte die Finger von solchen Kombinationen lassen oder zumindest, bis eine gewisse Routine eingekehrt ist, eine zusätzliche Sollbruchstelle im Vorfach einbauen.
Keschern oder Handlandung?
Am Ende jedes Huchendrills steht die Landung. Soll nun ein Huchen gekeschert oder von Hand gelandet werden? Für mich gibt es nur eine wirklich schonende Art, nämlich die Landung per Kescher! Warum dies heute für mich so ist, möchte ich ihnen kurz erklären.
Ich weiss, dass manche Kollegen ohne Kescher unterwegs sind, und es ist mir ganz klar, dass sie die Handlandung beherrschen und auch daran interessiert sind, einen Huchen nicht zu schädigen und ihn somit vorsichtig landen. Ich habe das vor Jahren auch gemacht. Dies hat sich jedoch seit der Verfügbarkeit von Keschern der neuen Generation geändert. Ohne Zweifel hat ein Kescher, vorausgesetzt es ist ein C&R Kescher mit kleiner Maschenweite und idealerweise auch Gummiummantelung, einen wichtigen Vorteil: Er verkürzt die Drillzeit. Ein Huchen kann mit Kescher zweifelsohne in kürzerer Zeit gelandet werden, da das Fassen des Huchens mit der Hand ein zumindest kurzzeitiges, völliges Ruhighalten des Fisches erfordert. Ist der Fisch aber dann noch nicht völlig ausgedrillt, wird er fest an der Schwanzwurzel gehalten werden, während er eventuell versucht, sich noch zu befreien. Ungeübte wissen jedoch meist nicht, wann ein Huchen bereit für eine Handlandung ist. Es dauert dann zu lange oder eben zu wenig lang. Die Schwanzwurzel ist jedoch in punkto Verpilzung sehr anfällig. Genau dort tritt oft zuallererst Pilz auf. Sie wird bei einem strammen Griff und einem sich wehrenden Huchen ohne Zweifel leicht verpilzen.
Dies geschieht erst recht, wenn der Angler beim Landen Handschuhe trägt! An der Sava Radovljica in Slowenien sind aus diesem Grund Handschuhe zum Halten eines Huchens verboten und die Verwendung eines Keschers zur Landung ist dort Pflicht. Dass kaum ein Fischer seinen Handschuh bei der Landung auszieht, ist Fakt und ist auf vielen geposteten Fangfotos dokumentiert. Also verwenden sie ihn gar nicht erst, wenn sie gedenken, einen Fisch mit der Hand zu landen! Ich keschere all meine Huchen selbst, und trage auch niemals Handschuhe beim Huchenfischen. Huchenfischen im Winter ist ohnehin nichts für zart beseitete Fischer.
Es gibt auch Fliegenfischer, die einen Huchen ähnlich wie einen Hecht bei der Landung am Unterkiefer fassen. Dies kann zu schweren Verletzungen sowohl beim Angler wie auch beim Fisch führen. Auch wenn dies einzelne Huchenfischer zweifellos beherrschen, ist die Nachahmung nicht zu empfehlen. Der Fisch muss dabei ständig im Wasser bleiben, denn ein Hochheben des Fisches am Kopf kann immer zu Verletzungen der inneren Organe führen. Diese Anlandungsmethode eignet sich nur, wenn ein Kollege bereit steht, um den Fisch im Wasser zu fotografieren. Das Argument der längeren Drillzeit gilt im Besonderen auch für diese Methode der Handlandung.
Die Ausrüstung zum Fliegenfischen auf Huchen
Ein- oder Zweihandrute?
Ich verwende nachfolgende Gerätekombinationen für die Fischerei auf Huchen. Natürlich können alternativ auch Geräte anderer Hersteller herangezogen werden.
Zweihandruten
CTS GF Hucho Hunter Zweihandruten
Ich fische ausnahmslos meine eigene Huchenrutenserie, die ich mit Stephen Pratt von CTS entwickelt habe. Es sind dies Zweihandruten, die CTS GF Hucho Hunter 600, sowie die CTS GF Hucho Hunter 725 und die GF Hucho Hunter 925. Die Ruten haben jeweils eine Länge von 11.6 ft. Mehr Info darüber und wie du zu einer solchen Rute kommst, findest du hier
Es wurde inzwischen von anderen Herstellern Versuche unternommen, die Aktion und Länge der GF Hucho Hunter Ruten zu kopieren, doch eine CTS Rute ist halt eine CTS. Bauen sie sich selbst eine Rute mit einem GF Hucho Hunter Blank von CTS auf oder lassen sie sich diese von CTS aufbauen! Wer das Original fischt, der weiß auch warum und scheut auch keine Kosten. CTS baut zweifelsohne die besten Blanks auf dem Markt.
alternative Zweihandruten:
- CTS SK 11-12ft. 9ft. Klasse 10-12 für Werfer mit dominanter unterer Hand
- CTS DQ 11-12ft. 9ft. Klasse 10-12 für Werfer mit dominanter oberer Hand
Für alle Würfe, die im Wasser starten, braucht es Ruten, die tiefer hinunter in den starken, unteren Bereich der Rute laden, also mid-flex Ruten oder bei leichteren Streamergewichten auch Unterhandruten. Huchenruten mit Spitzenaktion können nur bei freiem Rückraum ihre Vorzüge ausspielen.
Wenn ich zwischen einer Einhand- und Zweihandrute wählen müsste, würde ich aufgrund höherer Flexibilität und verbesserter Führung immer eine 11-11.6 ft. Zweihandrute wählen. Wenn der Rückraum eingeschränkt ist, kann nämlich nur noch mit Zweihandruten gefischt werden.
Bei längeren Zweihandruten braucht es mehr Rückraum oder offenes Gelände. Es können auch Probleme beim Anlanden auftreten, besonders wenn man allein fischt. Man kann auch den Nahbereich nicht so effektiv abfischen. Ist der Platz vorhanden, kann die längere Zweihandrute beim Fischen mit der Maus an gewissen Stellen Vorteile bringen.
Einhandruten
CTS Affinity X, 9ft. Klasse 10 oder 12 oder CTS Revo Salt
Wer mit der Einhandrute fischt (evtl. Maus, kleinere Streamer) verwendet gewöhnlich Ruten mit Spitzenaktion, da mit Einhandruten ausschliesslich über Kopf geworfen wird. Dazu braucht es viel Rückraum. Deshalb verwendet man Schnüre mit kürzen Keulen.
Wer allerdings Schwierigkeiten beim Zweihandwerfen hat, wird dadurch unnötig Geräusche erzeugen, die in stark befischten Gewässern Huchen sofort in den Verweigerungsmodus wechseln lassen und auch andere Fliegenfischer verärgern.
In diesem Falle ist die Einhandrute die bessere Wahl. Ebenso ist man in sehr schmalen Gewässern mit der Einhandrute im Vorteil, wenn die Fische im Uferbereich stehen und oft gestrippt werden muss. Ich bin kein Fan dieser Fischerei, da diese Bisse im toten Winkel erfolgen und meist mit einem Verlust des Fisches während des Drills enden, da der Haken meist nur im vorderen Maulbereich hängt. Wenn kein Rückraum vorhanden ist, ist die Zweihandrute die einzig mögliche Wahl, da man mit einer Einhänder einen grossen Huchenstreamer nicht aus dem Wasser rollen kann. Das mag für Otto-Normalfischer unverständlich erscheinen. Im Fall des Huchenfischens ist es aufgrund der speziellen Schnur und der Streamergrösse jedoch so, dass man mit der einer Zweihandrute dort noch fischen kann, wo dies mit einer EH-Rute aufgrund fehlendem Platzes unmöglich ist. Mit Switch Ruten konnte ich mich noch nie richtig anfreunden.
Die richtige Fliegenschnur ist entscheidend!
Kleinere Flüsse
Flüsse in denen der Rollwurf enorm wichtig ist und Streamer eher kleiner sind, da die Fische einem höheren Befischungsdruck ausgesetzt sind (z.B. Pielach)
- Schwimmschnur: RIO InTouch OutBound Short Flt (Einhand)
- klarer Intermediate Schusskopf RIO Outbound Short SH/I coldwater plus DirectCore Running Line (Einhand)
- Zweihand Gerät mit RIO Hucho Game Changer, DirectCore Running Line (nur bei hohem Wasserstand)
Grössere Flüsse:
Zweihand:
- RIO Mucho Hucho Super Sinker (tiefes oder schnelles Wasser)
- RIO Hucho Game Changer (Niedrigwasser)
- RIO Max Power oder RIO Skagit Max short, floating, für das Fischen mit der Maus
- RIO Powerflex Ultra oder RIO GripShooter Running Line 50 lbs
Einhandrute:
- Schwerere WF Schnur RIO InTouch Big Nasty für das Fischen mit der Maus oder größeren Poppern
- Einhand: Intermediate Schusskopf RIO Outbound Short SH/I coldwater plus DirectCore Running Line
- Einhand: RIO Huchen Game Changer 360 gr
Der Mucho Hucho Super-Sinker Schusskopf
Die CTS Hucho Hunter 725 arbeitet gut mit dem 750gr Mucho Hucho Super-Sinker, den ich zusammen mit RIO entwickelt habe und der von Rudi Heger vertrieben wird. Die Schnur ist für höhere Wasserstände, tiefe und schnelle Rinner und stärkere Strömung konzipiert, sodass der Streamer näher am Boden gefischt werden kann. Die Schnur ist getapert, und man kann damit auch grössere Streamer mit Rollwurf und Schiessenlassen auf mittlere Distanzen präsentieren, selbst dort wo kein Rückwurf möglich ist. Überkopfwürfe funktionieren ohnehin problemlos. Der Mucho Hucho LoWater, eine Schnur für Mittel- und Niederwasser ist in der Pipeline.
Hier gibt es wichtige Infos und Anleitungen zum Anpassen dieser Superschnur:
Der Hucho Game Changer
Die Anfragen nach dem LoWater Schusskopf häufen sich in den letzten zwei Jahren gewaltig, da die meisten Flüsse Niederwasser führten. Leider war der Mucho Hucho LoWater wegen Covid nicht mehr verfügbar, weil RIO dfie Produktion von Private Label Schnüren stoppte. Seit Mitte Oktober 2024 ist sowohl der Super Sinker als auch der LoWater Schusskopf wieder erhältlich. Der von mir in Zusammenarbeit mit RIO entwickelte und in den letzten beiden Jahren als LoWater bezeichnete SH wird jetzt in zwei Schnurklassen unter dem Namen Hucho Game Changer wieder über Rudi Heger vertrieben.
Für das Fischen mit der Maus
Für das Fischen mit der Maus eignen sich Schnüre mit kurzem Taper, da es beim Huchenfischen auf das Fischen mit wenig Rückraum ankommt. Mit einem gewichtigen, kurzen Schusskopf, ist man auch in der Lage, mit einer grösseren Maus noch Unterhand zu werfen. Für das Fischen mit Huchen Zweihandruten eignen sich die schwimmenden Skagit Schussköpfe von RIO, der RIO Skagit Max Power (6 m), der Skagit Max Short (6,1 m), sowie der Skagit Max Launch (7 m, für etwas längere Zweihänder). Natürlich kommt vorne nur ein monofiles, getapertes (geknüpftes) Vorfach ran und kein Scandi-typischer schwerer Tip. Das Fischen mit schweren, schwimmenden Skagit Schussköpfen und der Maus ist gewöhnungsbedürftig. Zwar fliegen die Schnüre wunderbar und haben den entsprechenden Punch, doch wirken sie etwas behäbig, da ein kurzer, schwimmender Schusskopf passend für eine schweres Huchengerät ein regelrechtes Kabel ist, das man trotz dieser Dicke vorsichtig präsentieren sollte, um die Huchen nicht zu vergrämen.
Die Running Line
Für den Vollleinenfischer stellt sich die Frage nach der Bedeutung der Running Line nicht, doch für Schusskopffischer ist sie essentiell, den sie ist ein Teil seiner Fliegenschnur, wenn auch nicht direkt, sondern meist Loop-to-Loop verbunden. Was das Abrollverhalten des Schusskopfs anbelangt ist die Sache grundsätzlich klar: Je schwerer der Schusskopf, desto dicker sollte auch die Running Line sein, damit genügend Widerstand für das Abrollen des Schusskopfes vorhanden ist. Die Reibung selbst ist nicht von Belang, denn sie macht gewöhnlich nur 2-3 % des Widerstandes aus. Grundsätzlich kann man mit einer Shooting Line (uncoated Monofil) weiter werfen, da der Widerstand der Schnur beim Schiessen durch die Rinne geringer ist, Sie schneidet auch das Wasser besser und der SH geht somit leichter auf Tiefgang. So einfach ist die Sache allerdings nicht, sonst würde ich ja auch ohne lange zu überlegen zu einer Shooting Line greifen. Ich mag das dünne Zeug beim Fischen nicht zwischen den Fingern haben, sondern ein gewisses Feeling für die Schnur haben, die ich beim Fischen ja ständig in den Fingern habe. Ich möchte auch keinen Schusskopf, der irgendwie aufs Wasser klatscht frei nach dem Motte: Hauptsächlich weit, alles Andere ist unwichtig!
Für mich sind zwei Dinge entscheidend:
- Ich möchte einen kontrollierten Wurf sauber und ruhig ablegen mit der Möglichkeit des Eingreifens während des Wurfes, während meine Running Line durch bzw. über meinen Mittelfinger gleitet. Sie darf dafür nicht zu dünn sein.
- Ich möchte ein gutes Gefühl beim Fischen haben. Diesbezüglich sind ovale, glatte Schussschnüre oder auch Ken Sawada's Flat Beam ein No-Go für mich, da das Gefühl beim Handling des abtreibenden Streamers bei diesen Schnurtypen aus meiner Sicht kaum vorhanden ist.
Die ideale Running Line
Die ideale Running Line wäre für mich eine ummantelte non-stretch Schnur mit 0,048 '' Durchmesser. Sie sollte farblich unauffällig gestaltet sein, zumindest bis 15 m hinter den Schusskopf. Der Kern sollte mindestens 25-30 kg Tragkraft haben und aus Braid bestehen. Das Coating muss gute Schusseigenschaften haben und sehr strapazierfähig sein. Es sollte sich auch nach 10000 Würfen nicht vom Kern lösen und auch keine Risse bekommen. Sie darf nicht zu weich sein, damit sie sich beim Schiessenlassen nicht verheddert.
Ich hatte zwei perfekte Prototypen von RIO, die jedoch nicht in Produktion gingen, weil sie für Lachs- und Steelheadfischer zu dick waren und somit keine hohen Produktionszahlen erlaubten. Schade, aber Huchenfliegenfischer gibt es halt nicht so viele, um grosse Serien rauszulassen. Die Farbe war zwar nicht ideal (metered SL in teils sehr auffälligen Farben) aber sie war sehr robust. Eine davon fische ich immer noch. Auch die Grip Shooter in 50 lbs. ist ok, wenn auch ich die Farbe vor allem für Niederwasser zu aggressiv halte. Zwischendurch habe ich eine Monic GSP 65 lbs in grün gefischt, die zwar sehr stark ist, jedoch beim Schiessenlassen trotz Schusskorb immer wieder einmal verhedderte. Die alte Monic wäre viel besser gewesen, beteuerte mein Kollege, der sie schon lange fischt. Doch nachdem das Coating verändert wurde, passte die Schnur dann offensichtlich nicht mehr. Ich habe sie sehr bald ausgetauscht. Seit zwei Saisonen fische ich die RIO Powerflex Ultra 50 lbs.. Sie hat eine Dicke von 1.15 mm, ist in Aqua gehalten und tut ihren Dienst. Die RIO Powerflex Ultra kann ich empfehlen.
Das Vorfach
Das Vorfach entscheidet darüber, ob ein grosser Huchen im Notfall gestoppt werden kann oder nicht. Das bedeutet, dass es ausreichend stark sein sollte. Dies relativiert sich aber mit der Tragkraft, denn es muss vor der Fliegenschnur und dem Backing reissen. Dies bedeutet, dass, wenn mein Vorfach 15 kg trägt, meine Fliegenschnur eine grössere Tragkraft haben muss und auch mein Backing stärker oder zumindest gleich stark sein muss wie die Fliegenschnur. Ich fische Fluorocarbon ummantelte Vorfächer von 0.45mm Stärke mit einer Tragkraft von 20 kg. Meine Fliegenschnur und meine Running Line tragen jeweils 25 kg und mein Gelspun-Backing 33 kg. Falls die Fliegenschnur nur 15 kg trägt, muss auch das Vorfach vorher reissen, denn Hänger kommen beim Huchenfischen schon mal vor, und dann sollte ja nicht die Fliegenschnur verloren gehen, weil man das Vorfach zu stark gewählt hat. Huchen sind, wenn sie auf Raub sind, nicht vorfachscheu. Bei hohem Befischungsdruck, Niederwasser und beissfaulen Fischen kann Fluorocarbon vorteilhaft sein.
An der Fliegenschnur wird das Vorfach mit einer doppelten, verdrehten Schlaufe mit Bimini-Twist verbunden (Danke Christian!), damit die harten Schläge des Huchens in der Endphase des Drills im Notfall etwas gepuffert werden können. Ein Vorfach muss beim Fischen mit Sinkschnüren nicht getapert sein. Meist genügt ein 1-1.5 m langes Stück der gewählten Vorfachstärke. Einzig bei Niederwasser kann es manchmal gut sein, dieses etwas zu verlängern. Beim Fischen mit der Maus sind es die üblichen bekannten Parameter für die 3 oder 4 unterschiedlich dicken Monofilteile.
Huchenfliegen
Diverse Imitationen der Futterfische des Huchens von unbeschwert und 15 - 25 cm Länge und max 9-10 g Gewicht sind brauchbar, solange sie im Wasser genug Volumen haben. Je schwerer der Streamer ist, desto schwerer muss auch die Schnur sein, um ihn noch transportieren zu können. Wenn leichte Kunsthaar- oder Bucktail-Fliegen zum Einsatz kommen, lassen sich auch bis zu 40 cm lange Tandemfliegen mit der Zweihandrute und Skagit Schnüren problemlos werfen. Oft kommen Tubenfliegen zum Einsatz, da ein sehr scharfer Haken beim Huchenfischen ein absulutes Muss ist und so rasch getauscht werden kann. Wer mit gewöhnlichen Streamern am Einzelhaken fischt, muss unbedingt den Haken immer wieder mal nachschleifen. Der Schleifstein ist ein Standardtool jedes Huchenfischers. Ich persönlich benutze jedoch einen kleinen akkubetriebenen Mini-Schleifer, der bequem in der Brusttasche platz findet.
Weniger geschickte Werfer sollten eher kleinere und leichtere Fliegen bis 15 cm verwenden, da Grossfliegen schwer zu werfen und somit auch belastender für die Gelenke sind. Grosse Augen sind beim Bau eines Huchenstreamer meines Erachtens sehr wichtig, besonders dann, wenn man bei erhöhtem Wasserstand fischt. Ich fische gewöhnlich Streamer ohne zusätzliche Beschwerung.
Bei grossen Streamern mit viel Luftwiderstand verwende ich eine minimale Zusatzbeschwerung (1-2g), damit das Vorfach sich strecken kann. Oft genügen ein paar Wicklungen mit Wickelblei auf dem Schenkel. Auch bei Streamern die bodennah gefischte werden sollen, beträgt meine Zusatzbeschwerung max. 3g.
Seit vielen Jahren propagiere ich das Fischen mit der Maus auf Salmoniden. Sowohl Bach- und Regenbogenforellen als auch Äschen und Huchen lieben Mäuse. Das Mausfischen wird nun besonders an heikleren Gewässern immer populärer, und auch kapitale Huchen wurden schon damit gefangen. Beim Taimenfischen hat das Fischen mit Imitationen von Mäusen, Ratten und sogar Eichhörnchen (an der Spinnrute) eine lange Tradition. Für das Fliegenfischen auf Huchen muss meine Minky Mouse etwas größer oder 2-teilig gebaut werden. Die Haken müssen sehr stark aber nicht zwingend sehr gross sein. Die Maus kann an der Oberfläche furchend oder auch intermediate gefischt werden.
Der richtige Kescher
Der Kescher ermöglicht es, einen noch nicht bis zum "Umkippen" des Fisches gedrillten Fisch in der Endphase des Drills zu drehen und kopfvoran in das Netz schwimmen zu lassen. Das feinmaschige Netz verletzt ihn nicht, auch dann nicht, wenn er im Netz noch um sich schlägt. Es versteht sich von selbst, dass grossmaschige Kescher die Schwanzflossen im Kescher einschneiden können. Aus diesem Grund sollten sie meines Erachtens ohnehin generell verboten werden. In C&R Gewässern haben sie nichts verloren.
Ein Huchenkescher für Fliegenfischer muss vier wichtige Eigenschaften haben:
- Er muss gross genug sein, dass der Huchen leicht ins Netz befördert werden kann. Das heisst, die Öffnung (Bügellänge) sollte zumindest 45 x 55 cm betragen.
- Das Netz muss eine Tiefe von mindestens 60 cm besser aber 90 cm betragen. Gummierte Netze sind besser (Verletzung + Geruch = 0) aber etwas schwerer.
- Der Watkescher sollte das Laufen nicht behindern. Transportlänge idealerweise 80- 100 cm, wobei 100 cm eher für Körpergrössen um 1.90m geeignet sind.
- Er sollte nicht zu schwer sein, da Sie ihn immer auf dem Rücken rumtragen müssen. Leider fehlen bei Keschern oft Gewichtsangaben.
Ob er noch teleskopierbar sein sollte, hängt damit zusammen, ob er durch die Grösse dann evtl. hinderlich oder zu schwer wird und wie die Situation am Wasser aussieht. In jedem Fall sollte er am Rücken nicht so tief hinunterragen, sodass er das Gehen nicht beeinträchtigt. Kescher, die am Rücken fast bis zur Kniekehle reichen, sind fehl am Platz.
Die Befestigung am Rücken sollte auch ein tiefes Netz beachten. Aus diesem Grund verwende ich kein Magnet, sondern einen speziellen Auslösemechanismus, den ich mir vor vielen Jahren am Bighorn in Montana in weiser Voraussicht m Doppelpack gekauft hatte. Er hält besser als ein Magnet, und man kann damit ein tiefes Netz sichern, sodass es beim Laufen auf engen Pfaden so nicht leicht verhängen kann. Hierzulande habe ich diese Art der Kescherbefestigung leider noch nie gesehen. Sie hat jedoch für meinen Watkescher klare Vorteile.
Die Kescher, die im Verkauf erhältlich sind, sind für mich alle nicht zu 100 % ideal. Als Watkescher sind sie mir ein bisschen zu gross, zu schwer oder im Griff zu kurz. Ich verwende als Basis einen Daiwa Prorex Watkescher. Er ist um 20 cm teleskopierbar und hat eine Transportlänge von 82 cm. Der Kescher könnte von der Öffnung her zwar noch grösser sein, ist allerdings auch für einen Grosshuchen durchaus ausreichend. Das Netz ist in der Originalversion aus dem Geschäft allerdings zu wenig tief (nur 40 cm). Darum habe ich es mit einem anderen Keschernetz kombiniert. Dazu habe ich einen Fladen Kescher gekauft und zerlegt. Mein Kombi-Kescher hat somit nun eine Tiefe von 90 cm. Der Kescher ist robust, teleskopierbar, hat 82 cm Transportlänge und ist samt gummiummanteltem Netz nur 590 g schwer. Für mich ist dies ein absolut idealer Watkescher, den es so leider nicht zu kaufen gibt.
Alternativen:
- Fladen Fishing Maxximus Kescher (SWE), faltbares, teleskopierbar, Version L, 92 cm Transportlänge, Netztiefe 75 cm, Netz gummiert, Gewicht 955 g, (Ca. Eur 65.- )
- McLean 140 Kescher (NZL), teleskopierbar, Netztiefe 92 cm, Transportlänge 104 cm, mit Waage, Netz nicht gummiert, Gewicht ? (ca. Eur 195.- )
- McLean 420 Kescher (NZL), teleskopierbar, Netztiefe 92 cm, Transportlänge 100 cm, mit Waage, Netz nicht gummiert, Gewicht ? (ca. Eur 135.- )
- Ole Joergensen Watkescher (DEN), nicht teleskopierbar, Netztiefe 100 cm, Transportlänge 88 cm, Netz knotenlos, nicht gummiert, 350 g (ca. ?) derzeit nicht erhältlich
- Guideline Experience Watkescher(SWE), nicht teleskopierbar, Netztiefe 100 cm, Transportlänge 88 cm, Netz knotenlos, nicht gummiert, 490 g (ca. Eur 75.-), derzeit nicht erhältlich
Der Schusskorb
Neben den bereits genannten Gerätschaften gibt es ein ganz wichtiges Tool, das bei mir beim Huchenfischen niemals am Wasser fehlen darf. Gemeint ist der Schusskorb. Ich verwende dazu den flexiblen Schusskorb von Take Tackle meines Freundes Reinis, da er sich auch auf Kniehöhe befestigen lässt. Ganz abgesehen davon, dass die Hände wärmer bleiben, da weniger Wasserkontakt stattfindet, sind Würfe bei der Verwendung eines Schusskorbs wesentlich präziser. Unterschiedlich grosse Schnurschlaufen (Klänge) aufzunehmen und geordnet in der Hand unterzubringen gehört bei Verwendung eines Schusskorbs der Vergangenheit an. Genauso de Probleme durch unterschiedlichen Wasserwiderstand bei verschiedenen Strömungsverhältnissen, der den Wurf beeinflusst, weil die Schlaufen diesem beim Schiessenlassen ausgesetzt sind. Aus diesem Grund sind auch die Schnurklipps, um die Schlaufen einzuklemmen beim Huchenfischen nicht ideal. Beim Huchenfischen kommt es meist auf den ersten Wurf an. Dieser entscheidet, ob der Huchen losstartet oder nicht. Ein Fehlwurf ist besonders an stark befischten Gewässern oft schon genug, um einen erfahrenen Huchen zu vergrämen.
Die Lösezange
Es passiert sehr selten, dass ein Streamer tief im Huchenmaul sitzt, da die Schnur in der Drift unter Spannung ist und es dem Fisch nicht ohne weiteres gelingt, einen Streamer tief einzusaugen, indem er sein Maul rasch aufreisst. In der Dead Drift wäre es theoretisch möglich, doch passiert ist mir dies bislang nie. Ich hatte von allen meinen Huchen bislang nur einen einzigen Fisch, dem ich den Haken nicht ganz einfach aus dem Maulwinkel oder vorderen Maulbereich entfernen konnte. In stark befischten Gewässern greifen Huchen eher vorsichtig zu, wenn sie jedoch extrem rauben, kann dies auch völlig anders sein. Der besagte Fisch packte unmittelbar vor dem Ufer im ruhigeren Bereich zu und lief mit hoher Geschwindigkeit praktisch auf den Streamer auf. Wenn es dann doch einmal passieren sollte, dass der Haken tief im Maul hängt, dann ist man ohne eine lange Zange aufgeschmissen. Die Standardzange ist bei einem grossen Huchen dann in der Regel zu kurz. Die Zähne eines großen Huchens sind stark und leicht nach hinten gebogen. Wenn man ins Maul greifen müsste und der Huchen schlüge mit dem Kopf … ich mag mir gar nicht ausmalen, wie eine Hand dann aussehen würde.
Da es zudem wahrscheinlich nicht auf Anhieb gelingen würde, den Haken zu entfernen, wäre die Prozedur auch für den Fisch lebensbedrohlich. Ich war damals froh um die lange Zange, obwohl ich sie bislang erst ein einziges Mal brauchte. Meines Erachtens gehört jedoch unbedingt so eine längere, starke Lösezange neben der Standardzange zum Standardequipment eines jedoch Huchenfischers.
Die Kleidung
Wasserdichte und zuverlässige Kleidung ist sehr wichtig, wenn Sie unter schlechten Wetterbedingungen angeln möchten. Dies ist beim Huchenfischen oft der Fall. Meine Field & Fish Kleidung (hier Respirant 5C Expert Waders und Expert Pro Sonic Jacke) ist wahrscheinlich die mit Abstand beste, die Sie in Bezug auf das Preis-Leistungs-Verhältnis erhalten können. Die Verarbeitung ist absolut top und die Kombination ist absolut dicht.
Werfen Sie einen Blick auf die Field & Fish-Website!
Gewässer mit nennenswertem Huchenbestand
Über 60% der Gewässer mit Huchenpopulationen liegen am Balkan. Besonders das Drina Flussystem mit seinen zahlreichen Nebenflüssen in Serbien und Montenegro galt als das Paradies für Huchen schlechthin, das selbst die mongolischen Taimenflüsse erblassen liess. Erst eine Vergiftung der Drina setzte dem ein Ende. Die Populationen dort sind leider nur noch ein Schatten der Vergangenheit. Trotzdem ist der Huchen dort in sehr vielen Gewässern immer noch der unbestrittene König der Flüsse.
Weitere Gewässer, in denen sie auf Huchen fischen können:
Mur(AT), Gail(AT), Drau(AT), Inn(AT), Donau(AT), Pielach(AT), Melk(AT), Traisen(AT), Enns(AT), Salzach(AT), Gmundner Traun(AT), Lech(DE), Isaar(DE), Iller(DE), Regen(DE), Mitternacher Ohe(DE), Wertach(DE), Tiroler Ache (DE/AT), Sava Bohinjka(SLO), Sava Dolinka(SLO), Sava Radovljica(SLO), Sava Ljubljana(SLO), Ljublanica(SLO), Sora(SLO), Kupa/Kolpa (SLO/CRO), Savinja(SLO), Drina (SER/MO), Lim(MNE), Tara(MNE), Vrbas (BIH), Sana (BIH), Una (BIH), Krka (CRO), Mresniza(CRO), Dobra(CRO), div andere weniger bekannte Flüsse am Balkan, Boprad(POL/SK), Dunajec(POL/SK), San(POL), Don, Vah(SK), Tisa(UA), Rio Tormes(ESP)
Informationen zu den einzelnen Flüssen finden Sie ausreichend im Internet. Meist ist zum Huchenfischen eine spezielle Lizenz erforderlich.
Empfehlenswerte Huchen Lodges
River Kupa Lodge in Gorski Kotar(CRO)


